Kommentar zum Sonntagsevangelium am 10.02.2013 - Lk. 4,1-13

2013_02_09Wenn diese Geschichte nicht in der Bibel stünde, meinte einst Fjodor M. Dostojewski (1821-1881), müsste man sie erfinden. Ein für alle Mal wird hier die Machtfrage entschieden, was immer auch in der Welt nach dieser Geschichte noch alles geschah. Der Sohn Gottes bekennt sich zur alleinigen Macht Gottes.

Er hätte Gott sein können, der Teufel bietet es ihm glaubhaft an. Jesus lehnt ab. Wir oft nicht. Warum? Weil Macht, wenn man sie nur einmal im Kielnen gekostet hat, süchtig macht. Man will mehr und immer mehr, wie die Frau des Fischers im Märchen. Wer einmal auf einem vermeintlichen "Weg nach oben" ist, kann aus eigener Kraft kaum mehr anhalten. Oft endet das in einem gewaltsamen Sturz, wie einige Diktatoren es in den vergangenen Monaten erlebt haben und viele andere in den Zeiten davor. Macht hat etwas, was Menschen wie magisch anzieht. Jesus muss das gespürt haben, als der Versucher sie ihm anbietet. Und lehnt ab. Am Ende heißt es mit leiser Ironie: ... ließ der Teufel "für eine gewisse Zeit" von ihm ab. Weil Versuchungen eben immer wiederkommen, auch im Leben Jesu. Wie in unserem Leben. Machtfragen stelen sich jeden Tag, oft mehrmals am Tag. Da hilft nur eins: Die Antwort Jesu im Herzen haben. Er sagt: Nicht mir und meinem Willen, sondern Gott allein soll ich dienen.

Michael Becker

 
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