Kommentar zum Sonntagsevangelium am 03.03.2013 - Lk. 13,1-9

Diese zwei Geschichten zeigen jesus, wie er wirklich war: Zugleich radikal und barmherzig. Offenbar geht das. Vielleicht nicht gleichzeitig, aber nacheinanden Zunächst ist jesus erschrecken radikal und sagt: Wer nicht umkehrt, wird sterben; sterben wie die Galiläen sterben wie die beim Einsturz eines Turms. Man muss schon gute Nerven haben, um das zu hören und an sich heranzulassen.

Wie gut, dass eine zweite Geschichte folgt, ein Gleichnis vom großen Weingärtner. Der soll einen offenbar nutzlosen Baum umhauen. In seiner Barmherzigkeit aber gibt er dem Baum noch ein jahr Was lernen wir aus diesen Geschichten? Wir lernen, dass Gott unberechenbar ist, sogar für jesus. Dass längst nicht alle sterben, die sich nicht zu Gott bekehren, gibt jesus auch zu denken. Und er erklärt es sich mit Gottes Erbarmen und Geduld. Zu gleich lässt Jesus keine längeren Diskussionen aufkommen und sagt: Kehrt um. Gott wartet nicht ewig. Nicht immer ist ein Weingärtner da, der geduldíger ist als Gott. Das Evangelium, lernen wir ist nicht lau und wohlfühlig, sondern hart und klar. Wer glaubt, tänzelt nicht mehr vom Vielleicht zum Malsehen, sondern trifft eine Entscheidung. Und die kann nur sein: Im Zweifel nicht für mich, sondern für Gott.

Michael Becker

2013_02_11

 
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