Kommentar zum Sonntagsevangelium am 10.03.2013 - Lk. 15,1-3.11-32

„Mer muss och jünne könne (Man muss auch gönnen können)“, heißt ein wichtiger Artikel im Kölschen Grundgesetz. Der ältere Sohn in jesu Gleichnis war kein Rheinländer. Dass der jün- gere Bruder sein Erbteil verjubeln (und damit die Liebe und Sorge seines Vater zurückwei- sen) darf und dann nicht nur in Gnaden, sondern voller Freude wieder aufgenommen wird, das kann der Ältere nicht ertragen.

Alles Gute, das er von seinem Vater bekommen hat und ja immer noch besitzt, ist nichts mehr wert - weil der andere es auch bekommt. Auch wir Zuhörer heute sind keine Rheinländer und können nicht gönnen. Allzu sehr identifizieren wir uns oft mit dem älteren Bruder, finden ungerecht, wie der Vater seine Bemühungen ums Rechttun nicht würdigt. Dabei sollten wir froh sein um die zärtlíche Liebe des göttlichen Vaters zu dem Verlorenen. Denn allzu oft gehen wir weg und verschleudern, was uns geschenkt wurde, sind es nicht wert, Sohn oder Tochter Gottes zu sein. Und doch hält der Vater Ausschau nach uns, jeden Tag. In der Hoffnung, dass seine Liebe uns heimbringt.

Christina Bramkamp

2013_02_11-3

 
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