Kommentar zum Sonntagsevangelium am 24.02.2013 - Lk. 9,28b-36

2013_02_11-6Man soll es nicht glauben: Die Jünger machen eine überwältigende Gotteserfährung - und machen nichts draus! Jedenfalls nichts Sinnvolles:

Petrus, der Fischer, schwingt sich zum Baumeister auf, die anderen geraten in Panik, und als es wieder in die Mühen der Ebene zurückgeht, sagen die Jünger gar nichts mehr. Nicht mal ihren Mitjüngern, die vielleicht auf so eine Erfahrung hoffen. Dieses Unglaubliche ist Alltag in meinem Glauben: Es geschieht etwas Gutes, weitreichend Beglückendes in meinem Leben - aber in mir geschieht nichts. Vielleicht mache ich mal eine flapsige Bemerkung, bin ein bisschen angerührt - und der Rest ist Schweigen. Aber das Evangelium des Lukas endet hier nicht. Im Licht von Ostern erinnern sich die Jünger. Jetzt erst können sie sprechen von dem, was sie gesehen haben, können annehmen, was Gott ihnen geschenkt hat - die Erfahrung von göttlicher Nähe und den Auftrag, der damit verbunden ist: Hört auf meinen Sohn, folgt ihm und tut, was er getan hat. Gott schenkt uns immer wieder liebevolle Zeichen seiner Nähe - und oft nehmen wir sie kaum wahr. Und doch sollen sie fruchtbar werden für unser Handeln. Die Fastenzeit lädt uns ein, aufmerksam zu werden für diese Zeichen in dieser Zeit: Für die kurzen Momente, wo die ernüchternde Wirklichkeit verklärt wird, und alles ganz klar wird.

Christina Bramkamp

 
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